Bonifatiushaus

10.06.2010
"Wir sind doch ganz anders!
Und jetzt habt ihr im Westen es endlich auch kapiert."
Akademieabend mit Elisabeth Kiderlen  

Zu einem weiteren Abend zum Thema Menschenrechte, diesmal mit Blick auf die Lage der Frau im Iran, konnte das Bonifatiushaus die Journalistin Frau Elisabeth Kiderlen begrüßen. Durch zahlreiche Reisen in den Iran sowie einem Lehrauftrag an der Universität von Isafahan hatte sie Gelegenheit, die Menschen in besonderer Weise kennen zu lernen. In Form einer Lesung nahm die Journalistin die zahlreichen Zuhörer und Zuhörerrinnen mit auf Ihre Reise und ihren Erlebnissen im Iran. Immer war dabei auch Gelegenheit durch Rückfragen noch intensiver in das Gehörte einzutauchen.  

Durch die Portraitierung von sechs unterschiedlichen Menschen gelang es Frau Kiderlen ein differenzierteres und facettenreicheres Bild vom Iran und der Kreativität der Iraner aufzuzeigen, als dies gemeinhin in den Medien praktiziert wird. So berichtete sie beispielsweise von einem Mann, der Bauchtanz praktizierte da dies den Frauen untersagt sei, von einer Dame die die Regierung nicht anerkennt und somit auch nicht die gegebene Verkehrsordnung und daher jede Ampel bei Rot „überfuhr“, sowie von einem Zusammenschluss von Frauen, die für eine Präsidentin vor dem Amtssitz des Präsidenten skandierten. Journalisten – so Frau Kinderlen, berichteten immer nur dann, wenn etwas „Großes“ geschehe, so komme es zu einer verzehrten Wahrnehmung und der Alltag und das liebenswerte der Menschen bliebe außen vor.   

Natürlich gäbe es auch die fundamentalistisch aggressiven Gruppierungen – sie jedoch habe die Iraner als sehr höfliche und gastfreundliche Menschen kennen gelernt. Seit der Niederschlagung der Demokratiebewegung im Iran hätten die Beschränkungen, die die Regierung diesen Menschen abverlangt, wieder zugenommen – nichtsdestotrotz sehe sie die Lage nicht als aussichtslos, da die allmähliche Veränderung des Bewusstseins, die schon stattfand, nicht per Dekret zurückgedreht werden könne.  

Die anschließende Präsentation einiger Bilder ihrer Reisen rundeten den Abend ab und ließen noch mal deutlich werden, dass das vorherrschende Bild von braven und unterwürfigen iranischen Frauen nicht mehr haltbar ist und vielleicht auch nie haltbar war.  

Herr Gunter Geiger resümierte in seinem Dank an Frau Kinderlen, dass ihre Zuneigung für dieses Land spürbar und auch nachvollziehbar sei. Mit einer herzlichen Einladung an die Gäste für weitere Akademieabende klang die Veranstaltung dann aus.

Frau Kiderlen zieht die Zuhörer in ihren Bann...
Herr Geiger und Frau Kiderlen bei der Präsentation der Bilder...

01.06.2010
Frauenrechte auf dem Vormarsch?

Gleichberechtigung und demokratische Ideen in Indonesien: Akademieabend mit Frau Dr. Genia Findeisen, Hamburg

In der Tradition, dem Thema Menschenrechte im Bonifatiushaus besonderen Stellenwert einzuräumen, konnte diesmal der Direktor des Hauses, Herr Gunter Geiger, die Indonesienexpertin und Buchautorin Frau Dr. Genia Findeisen begrüßen.

Die geographischen und historischen Besonderheiten Indonesiens begründen die schwierige Situation der Menschen - aber vor allem auch der Frauenrechte in diesem Land. So ist die koloniale Vergangenheit und hier speziell die Zusammenfassung von verschiedensten Ethnien in einen Staat, aber auch die in den letzten Jahren vermehrt islamsich-fundamentalistische Bestrebungen als kritisch zu sehen. So sind in Indonesien bis heute Folter und Todesstrafe als gerechtfertigte Mittel des Staates existent.

Gegen den zunehmenden "Islamisierungsdruck" radikaler Kräfte und der damit angestrebten Legitimation der Scharia als Rechtsquelle setzen sich nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen und Frauenverbände ein. Zu einem werden von den Organisatoren durch mediale Präsenz kontroverse Themen in die Öffentlichkeit gebracht, um damit die Bevölkerung zu sensibilisieren und bestehende tradierte "Unrechtsmechanismen" in Frage zu stellen. Zum anderen wird auch der Koran selbst von islamischen Frauenverbänden genutzt, um daraus entscheidende Rechte für die Frauen herzuleiten. Des Weiteren spielt die Partizipation der Frau im politischen System eine immer wichtigere Rolle: So werden durch gezielte Lobbyarbeit die Repräsentanz von Frauen in den Parlamenten erhöht und somit ermöglicht auf Gesetzgebungsentscheidungen einwirken zu können. Frauenrechte werden so wirksam geschützt bzw. wiederhergestellt. So leistet die Demokratisierung des Landes für die Rechte der Frauen einen entscheidenden und nicht zu unterschätzenden Beitrag.

In der sich anschließenden Diskussion mit der Referentin konnte das interessierte und auch fachkundige Publikum weitere Einblicke in die Strukturen des Landes und dessen Besonderheiten gewinnen und sich so diesem interessanten Land weiter nähern.


Herr Geiger begrüßt Frau Dr. Findeisen...
Frau Dr. Findeisen bei der Präsentation ihres Buches...
28.05.2010
Gedächtnistrainer  mit  Zertifikat
 

Zum zweiten Mal wurde im Bonifatiushaus, in Kooperation mit dem Bundesverband Gedächtnistraining e.V., eine Ausbildung zum Gedächtnistrainer nach ganzheitlicher Methode durchgeführt und erfolgreich beendet. In 120 Unterrichtsstunden, aufgeteilt in drei Kursabschnitte, lernten die 8 Ausbildungsteilnehmerinnen und ein Teilnehmer  Ansatz  und Umsetzung des Ganzheitlichen Gedächtnistrainings in Theorie und Praxis kennen. Die Leitung hierbei hatte Frau Regina Schepe, Diplom-Pädagogin und Ausbildungsreferentin des Bundesverbandes Gedächtnistraining e.V.

„Wer rastet, der rostet“ – dies gilt nicht nur für die körperliche, sondern auch für die geistige Fitness. Somit trägt regelmäßiges Gedächtnistraining zu einer Steigerung der Gehirnleistung und auch der Lebensqualität bei. Dabei steigt der Bedarf an qualifizierten Gedächtnistrainerinnen und Trainern aufgrund des wachsenden Bewusstseins über deren Vorteile in der Früherziehung, in Ausbildung und  Beruf, aber auch zur geistigen Gesunderhaltung im Alter bzw. zur Rehabilitation.

 
Die erfolgte Vermittlung grundlegender Kenntnisse zu Gehirnfunktionen und dem Gedächtnis verbunden mit ganzheitlichen und zielgruppenorientierten Übungen ermöglicht es den Absolventinnen und dem Absolventen nun eigenständig Gedächtnistrainingskurse anzubieten. Dabei zeigte schon die Lehrprobe im Mediana Wohnstift und im Josefsgarten, die sehr gute Qualität der Ausbildung und die Professionalität der „neuen“ Trainer.

„Die praxisorientierte Ausbildung hat sich gelohnt! Das Lernen in der entspannten Atmosphäre war sehr effektiv und hat viel Spaß gemacht.“ - war dabei das Resümee der Gruppe.

Die nächste Ausbildung zum Gedächtnistrainer beginnt Mitte November 2010. Weitere Informationen erhalten Sie im Bonifatiushaus (Haus der Weiterbildung der Diözese Fulda), Neuenbergerstr. 3-5, 36041 Fulda, Telefon 0661 8398114, Email: info@bonifatiushaus.de

Wenn in einer Gruppe, einem Verein, einer Schule oder einer anderen Institution Interesse an einem Gedächtnistrainingskurs besteht, können Sie sich gerne an die (abgebildeten) TrainerInnen oder an das Bonifatiushaus wenden.


Erfolgreiche Absolventinnen mit der Leiterin Regina Schepe (vorne links)
15.04.2010
Verarmte Kindheit


Der gut besuchte Akademieabend mit der Giessener Professorin Uta Meier-Gräwe beschäftigte sich mit der Auswirkung von Armut in den frühen Lebensjahren von Kindern. Sie sieht eine große gesellschaftliche Herausforderung, Kindern für ihr gelingendes Aufwachsen ein zufriedenes und ausgeglichenes Herkunftsmilieu, materielle Sicherheit und die Vermittlung des Gefühls von Zuversicht und Zukunftsperspektive zu bieten. Dieses Bedingungsgefüge fehlt in Elternhäusern, wo defizitäre Bildungsabschlüsse bestehen, wo Ausgrenzung aus dem Erwerbsleben, Geldmangel und persönlich erlittene Niederlagen bei der Jobsuche auftreten.

Frau Prof. Meier-Gräwe zeigte anhand von wissenschaftlichen Studien, dass solche Rahmenbedingungen in Deutschland heute den Alltag einer größer werdenden Zahl von Kindern bestimmen. Zugleich verstärkt sich die Tendenz zur Polarisierung der Lebenschancen von armen Kindern im Vergleich zu Kindern aus akademischen Herkunftsmilieus. Gestützt auf eine Armutstypologie werden die unterschiedlichen Bedarfe an Unterstützung für Kinder (und deren Eltern) in armen und prekären Lebenslagen skizziert, um nachfolgend Anforderungen an integrierte Handlungskonzepte zu formulieren.

Weiter beschrieb sie, dass eine effektive Politik der Armutsprävention darauf gerichtet werden muß, Kindern, die in Unterversorgungslagen aufwachsen, von Anfang an eine gute Grundversorgung, aber auch den Zugang zu kulturellen Ressourcen zu eröffnen. Sie brauchen in ihrem Kinderalltag Bezugspersonen, kompetente Andere, die sie umfassend und stetig ermutigen, fördern und fordern. Nur durch eine gute Betreuung und Bildung, die bereits in der frühkindlichen Lebensphase einsetzt, haben diese Kinder überhaupt eine Chance. Benachteiligte Kinder und ihre Eltern sind von Anfang an, an Resilienz stärkende Angebote heranzuführen, was nicht mit der Verstaatlichung der elterlichen Erziehungs- und Bildungsverantwortung zu verwechseln ist.

Prof. Dr. sc. Uta Meier-Gräwe

 



 


 




 

 

 

Ausstellungen

26.08. - 14.11.2010
Von Menschen und Tieren
oder "tierisch menschlich"

Zu besichtigen von Montag bis Samstag 9.00 bis 18.30 Uhr - Eintritt frei! 

Themen
Religion und Theologie

Angebote zu theo-
logischen und religiösen Themen...

Akademieabende

Die Akademieabende widmen sich spannenden Themenstellungen...

Pflege und Gesundheit

Herausforderungen und Lösungsmög-lichkeiten im Ge-sundheitswesen...

Politik und Zeitgeschichte

Aktuelle Politik und Zeitgeschichte in interessanten Semi-naren aufbereitet...

Bildungsurlaub

Für diese Tagungen können fünf Tage Bildungsurlaub genommen werden!

Ehe und Familie

Familien liegen uns
am Herzen ...

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