Bonifatiushaus

Donnerstag, 10.12.2009
Zertifikatsverleihung des Fortbildungszyklus Frühe Bildung im Rahmen des Hessencampus Fulda  


In Kooperation mit der Konrad-Zuse-Schule und den Volkshochschulen von Landkreis und Stadt Fulda veranstaltete das Bonifatiushaus einen Fortbildungszyklus für Erzieherinnen und Erzieher zum Thema „Frühe Bildung“.  

Kinder lernen wirksam nur das, was sie wirklich wollen und was sie sich durch handelnde Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt aneignen. Weil gerade kleine Kinder noch mit Freude und einer ihnen inne wohnenden Neugier lernen, brauchen sie Erwachsene, die sich an ihren Entdeckungen begeistern und sie dabei anregend und kompetent begleiten können. Seit August 2009 wurde in 100 Unterrichtseinheiten den 10 Erzieherinnen aus Kindertagesstätten in kommunaler und kirchlicher Trägerschaft vermittelt, die Bildungsprozesse mit Kindern zu vertiefen und ihre pädagogische Arbeit weiterzuentwickeln.  

Im kommenden Jahr wird es eine Neuauflage der Fortbildungsreihe geben. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Bonifatiushauses Fulda.
Frau Angelika Bärwinkel mit dem Einführungsvortrag
Absolventinnen des Fortbildungszyklus Frühe Bildung
Mittwoch, 09.12.2009
Von der Frauenförderung zur Geschlechtergerechtigkeit: Frauen-Menschenrechte als Meilensteine in der Entwicklungspolitik

Herr Gunter Geiger freut sich, im erweiterten Rahmen der Menschenrechts-Ringvorlesung Frau Dr. Birte Rodenberg als Referentin gewonnen zu haben. In Ihrem spannenden und aufschlussreichen Vortrag: „Von der Frauenförderung zur Geschlechtergerechtigkeit: Frauen-Menschenrechte als Meilensteine in der Entwicklungspolitik“ legte Sie am Vorabend des Internationalen Tags der Menschenrechte – im Lichte aktueller Menschenrechtsverletzungen in China, in Afghanistan und in Iran – dar, dass es eine humanistische Verpflichtung ist, daran zu erinnern, dass alle Menschen von Geburt an über die gleichen, unveräußerlichen Rechte und Grundfreiheiten verfügen.  

Aber die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte, auf die nach Artikel 2 (1) „jeder Anspruch hat, ohne irgendeinen Unterschied, nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Sprache, Herkunft usw.“, sind bis heute für Frauen in vielen Ländern der Erde nicht verwirklicht. Sie sind ein Versprechen, kein angewandtes Recht.  

Soziale Ungleichheit zwischen Frauen und Männern ist die Form sozialer Ungleichheit, die Gesellschaften am stärksten durchdringt . Denn sie verstärkt die in vielen Ländern durch Klassen-, Kasten- oder ethnische Ausschluss­systeme bestehenden sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Gefälle noch. Die Überprüfung der Millenniumsziele ( Millennium Development Goals , MDGs) der Vereinten Nationen im September 2005 hatte diesen Tatbestand bestätigt: In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die soziale Ungleichheit in vielen Ländern zugenommen. Dabei gehören Disparitäten zwischen den Geschlechtern weiterhin zu den am stärksten verwurzelten und am weitesten verbreiteten Ungleichheiten. Trotz zunehmender Alphabetisierung und besserer Schulbildung von Frauen und Mädchen entwickeln sich die Trends in den meisten anderen Lebensbereichen zu ihren Ungunsten (Gesundheit, Arbeit, politische Teilhabe).  

Die internationalen Frauenbewegungen streiten seit den 1990er Jahren dafür, dass tiefe Disparitäten und ungleiche Lebenschancen als ein Unrecht an sich erkannt und beseitigt werden, und nicht nur aus einem volkswirtschaftlichen Denken oder Gewinnstreben heraus bekämpft werden. Die Sicherung der materiellen und natürlichen Lebensbedingungen ist ebenso wie das Recht auf körperliche Integrität und reproduktive Gesundheit eine Grundvoraussetzung von sozialer Geschlechtergerechtigkeit, für deren Erfüllung auch zehn Jahre nach Verabschiedung der Aktionsplattform auf allen Ebenen und auch unter größerer Beteiligung von Männern gestritten werden muss. Für internationale Frauenrechts­organisationen stellt sich deshalb die Aufgabe, in breiteren Allianzen sowohl mit globalisierungskritischen Bewegungen als auch mit staatlichen Institutionen geschlechtergerechte Alternativen zur zunehmenden innergesellschaftlichen sozialen Ungleichheit zu entwickeln und die komplexen politischen und wirtschaftlichen Prozesse zu beeinflussen, welche soziale Ungleichheiten innerhalb und zwischen den Nationalstaaten hervorrufen.
 


Frau Dr. Birte Rodenberg

 

Samstag, 28.11.2009
Studientag Frühkindliche Bildung

An diesem Studientag beschäftigten sich die geladenen Referentinnen und Gäste mit den verschiedensten Aspekten frühkindlicher Bildung. 
Dazu zählten:

Frau Prof. Dr. Dagmar Bergs-Winkels von der Hochschule für angewandte Wissenschaften aus Hamburg, die über das Thema Pädagogik frühkindlicher Bildungsprozesse und ihre Bedeutung für die Praxis sowie für Aus- und Fortbidlung referierte.
Frau Prof. Dr. Nadia Kutscher von der katholischen Hochschule Nordrhein Westfalen, die den Aspekt von Bildung und Armut sowie Medien und Bildung mit dem Fokus auf Bildungsbenachteiligung thematisierte.
Frau Dr. Julia Berkic vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München, die über den Aspekt der Bindungssicherheit als Voraussetzung für frühkindliche Bildung sprach.
Sowie Frau Dipl. Psych. Anna Spindler ebenfalls vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München die ausführte, wie Bildung für Kinder unter drei Jahren aussehen könnte und sich dabei auf die neusten Erkenntnisse aus der Forschung bezog.

Die Diskurse wurden begleitet von einem "Markt der Möglichkeiten" bei dem verschiedene Einrichtungen besondere Konzepte der frühkindlichen Bildung aufzeigten.
Vertreten hierbei waren der Biolandhof Rönshausen, die Stadt Fulda mit der Kindertagesstätte "Die Hobbits" sowie der Sportkindergarten des TV Salmünster 1903 e.V..

Bei den kompetenten und mit grossen Interesse verfolgten Vorträgen und Diskussionen wurde deutlich, wie wichtig aber noch immer unterschätzt die Bedeutung der frühkindlichen Bildung ist. Als wesentlicher Aspekt frühkindliche Bildung zeigte sich dabei die Notwendigkeit einer festen und belastbaren Bindung. Erst wenn Vertrauen erfahren wurde ist es dem Menschen möglich die Welt unbeschwert zu entdecken und Bildungschancen bestmöglich zu nutzen.

Die Moderation des Tages übernahm Frau Angelika Bärwinkel von der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld, die sich auch für das Konzept des Fortbildungszykluses "Frühe Bildung" verantwortlich zeichnet.
Die Tagungsleitung hatte an diesem Studientag der Direktor des Hauses Herr Gunter Geiger inne, der als Ergebnis des Tages die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Forschung und Praxis betonte.

"Markt der Möglichkeiten"
Teilnehmerin und Teilnehmer des Studientages im Gespräch
Der Direktor des Hauses Herr Gunter Geiger bei der Eröffnung der Veranstaltung
Frau Bärwinkel moderierte diesen Tag
Frau Prof. Dr. Dagmar Bergs-Winkels
Frau Prof. Dr. Nadia Kutscher
Frau Dr. Julia Berkic
Frau Dipl. Psych. Anna Spindler




Donnerstag, 12.11.2009
Christliche Mystik – Akademieabend mit Frau Prof. Saskia Wendel

am Donnerstag, den 12. November sprach im Rahmen eines Akademieabends des Bonifatiushauses Frau Prof. Dr. Saskia Wendel, Köln über „Gottesbilder christlicher Mystik“.

Zunächst sprach Frau Prof. Wendel über das allgemeine Verständnis von Mystik. ‚Am Beginn des mystischen Erkenntnisweges stehe die Selbsterkenntnis, das ‚Gewahr-Werden’ des ‚Ich’ als eine eigenständige Größe in Welt, Zeit und Leben. Erst auf dieser Möglichkeit des Menschen basiere dann die Erfahrung und Erkenntnis der Welt als das, was mir gegenübersteht, als das Andere und damit letztlich auch die Erkenntnis des ‚absolut Anderen’, womit Gott gemeint ist. Selbst, Welt und Gott würden in mystischen Erfahrungen eins werden: Der Mensch erfährt sich selbst, die Welt und Gott intuitiv als unmittelbar miteinander verbunden.

Das besondere dabei sei, so Prof. Wendel, dass Gott sich dem Menschen im mystischen Erlebnis unmittelbar und ohne Vermittlung externer Autoritäten zeige, als „Wirklichkeit Gottes in mir selbst“.

Auf Grundlage der Klärung des Begriffs setzte sich Frau Prof. Wendel dann mit Gottesbildern christlicher Mystikerinnen und Mystiker auseinander. Vorherrschend sei in der Mystik die Einung mit der zweiten Person des trinitarischen Gottes, mit Jesus Christus. In der Frauenmystik, wie auch in der Mystik insgesamt wird die Vereinigung mit Gott als „der sich in die Seele eingießende Christus“ oder als „Geburt Christi in der Seele“ beschrieben. In leidensmystischen Traditionen sei es der Schmerzensmann, dessen Erfahrungen sich in den eigenen Leiderfahrungen spiegeln würden. Gleichzeitig gibt es auch das mystische Erfahren des fernen, geheimnisvollen und sich entziehenden Gottes – das Empfinden der ‚Gottesnacht’.

In dieser Spannung von An- und Abwesenheit, Nähe und Ferne Gottes liegt nach Prof. Wendel der Grundcharakter christlicher mystischer Erfahrung. Gott ist der ganz Nahe und zugleich der Andere, Fremde, der „Abgrund der Seele“. Prof. Wendel spricht hier von Gott als dem ‚Nahfernen’.

Neben diesen ‚personalen’ Gottesbildern kennt die Mystik auch apersonale Bilder. Gott etwa werde gleichgesetzt mit dem Vollzug der Liebe. Mechthild von Magdeburg spreche von „fließendem Licht“, einer dynamischen Energie, die sie mit Gott gleichsetzte.

Am Ende versuchte Frau Prof. Wendel noch aufzuzeigen, dass mystische Gottesbilder und Gottesvorstellungen keineswegs den Unterschied zwischen Schöpfer und Geschöpf einebnen würden, noch eine unpersönliche ‚Überall-Gottheit’ propagieren, zu Lasten der göttlichen Trinität. Als exponiertes Beispiel dieses Gegenbeweises nannte Prof. Wendel Meister Eckharts Vorstellungen: Gott Vater spricht sich selbst aus als sein Wort und gebiert so den Sohn. Vater und Sohn sind aber miteinander verbunden durch den ‚Geist’, der diese Beziehung ist. In ihrem Miteinander-Verbundsein kann man von Vater, Sohn und Geist von ‚Personen’ sprechen. Die Personen sind eins insofern ihr Verhältnis zueinander nichts anderes als Liebe ist. Gott wird somit bestimmt als ‚Dreiheit der Personen, die im göttlichen Grund eins sind’. Im mystisch erfahrbaren und erkennbaren ‚Seelengrund’ des Menschen, der Quelle seines Selbstbewusstseins, d.h. seines ‚Ich’, begegnet ihm das göttliche Sein/der göttliche Grund, als das, von dem sein ‚Ich-sein’ radikal abhängig ist und ständig aufrechterhalten wird – ohne dass Seelengrund und göttliches Sein identisch sind.

Gott ist damit für die Mystik dynamischer Vollzug, der mit Metaphern, wie ‚Feuer’, ‚Energie’ oder ‚Kraft’ gleichgesetzt werde, die Welt und Mensch durchdringe. Gott sei aber gleichzeitig Person, also etwas dem Menschen Gegenüberstehendes, das sich aber ständig auf ihn beziehe. Insofern – so resümierte Frau Prof. Wendel, würden sich personale und apersonale Gottesbilder der Mystik nicht widersprechen.

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Frau Prof. Wendel die Fragen der zahlreich gekommenen Zuhörer. Diese kreisten um die Frage, ob denn das Verhältnis zwischen Mystik und Theologie nicht widersprüchlich sei? Hier ginge es darum, im Sinne einer Selbsterfahrung zu Gott vordringen zu wollen, dort um die sachlich-wissenschaftliche Reflexion theologischer Denker und kirchlicher Würdenträger überdies mit dem Anspruch auf dogmatische Verbindlichkeit. Dies verneinte Frau Prof. Wendel. Mystik sei Theologie ‚mit anderen Mitteln’. Sie sei in der Geschichte vor allem eine Möglichkeit für Frauen gewesen, theologische Gedanken zu äußern, obwohl ihnen der Zugang zur Theologie verwährt wurde.

Für mystische Betätigung brauche man auch keine besonderen Fähigkeiten. Die Möglichkeit mystischer Erkenntnis stecke in jedem von uns, weil sie dem Menschen und seiner Erkenntnis immer schon in seiner Intuition vorläge und weil Gott – gemäß der Vorstellung der Mystik – den Seelengrund des Menschen trage.

Frau Prof. Wendel zum Thema Mystik
Ein gut besetztes Auditorium




03.-06. November 2009
"Kunststück" - Seminar mit Schülerinnen und Schülern des staatlichen Berufsbildungszentrums Bald Salzungen und der Ferdinand-Braun-Schule Fulda im Bonifatiushaus 


Das Bild „No. 5“ von Jackson Pollock soll 2006 für 140 Millionen Dollar verkauft worden sein und man kann sich fragen: „Was ist Kunst wirklich wert?“ Wie wertvoll sind all jene Gemälde, Skulpturen, Romane, Musik- und Theaterstücke ...und was macht diese Werke so wertvoll für die Menschen? Warum „machen“ Menschen überhaupt Kunst und warum sprechen einige dieser Werke mich persönlich an? Seminarinhalt war also eine Reise durch die Welt der Kunst. Es ging darum, Kunst in seiner menschlichen Dimension kennenzulernen. Die Antwort auf die Frage warum ein Werk gefällt ist vielleicht letztlich auch die Antwort darauf was einem selbst und der Gesellschaft wertvoll ist. Dass jeder Mensch ein Künstler ist steht dabei außer Frage! – Was jedoch noch zu klären war wie einzigartig er ist - die folgenden Bilder zeigen es:

Ergebnisse des Workshops "Pimp up your spoon"
Besuch im Städelmuseum
..in Aktion
..alle in Aktion
Vernissage der eigenen Werke
Bildertausch durch die Klassensprecherinnen




Mittwoch 4.11.2009 Ausstellungseröffnung
"Barocke Sakralarchitektur in Wilna"


In der aktuellen Ausstellung wird die barocke Sakralarchitektur in Wilna unter dem Blickwinkel von Verfall und Erneuerung fotografisch in den Fokus gerückt. Die hochwertigen und eindrucksvollen Fotografien stammen von Kestutis Stoskus. Das Herder-Institut in Marburg hat in Zusammenarbeit mit dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas in Leipzig unter der Regie der Kuratoren Herr Dr. Dietmar Popp und Frau Dr. Andrea Langer die Ausstellung initiiert. Die Ausstellungseröffnung wurde mit Grußworten des Kurators Herrn Dr. Dietmar Popp, übermittelt durch seinen Vertreter Herrn Thomas Urban, eingeleitet. Ferner gab Herr Dr. Klaus Harrer einen Überblick über die Bedeutung von Wilna als Kulturhauptstadt Europas 2009.

Herr Dr. Joachim Tauber, Historiker mit dem Arbeitsschwerpunkt deutsch-litauische Beziehungen und Vorsitzender des deutsch-litauischen Forums,   gab den zahlreichen Besuchern der Ausstellungseröffnung schließlich die Gelegenheit in die Geschichte Wilnas „einzutauchen“. In einem sehr lebendigen und   fachkundigen Vortrag zeichnete Herr Dr. Joachim Tauber die sehr wechselvolle und oft leidvolle Geschichte Wilnas nach. Als „Jerusalem des Ostens“ und ständiger „Zankapfel" von Litauern, Polen, Russen und Deutschen manifestierte sich Europäische Geschichte in den Bauwerken dieser Stadt. Einen Teil dieses faszinierenden Erbes der Öffentlichkeit bekannt zu machen ist auch Intention der Ausstellung. Herr Gunter Geiger Direktor des Bonifatiushauses hob hervor wie schön es sei die barocken Bauwerke Wilnas in der Barockstadt Fulda zeigen zu können. 

Die Ausstellung ist bis zum 14. März von Montag bis Samstag und von 09:00 bis 18:30   zu besichtigen. Sie sind herzlich dazu eingeladen.
Zur Ausstellung existiert ein Katalog: "Barocke Sakralarchitektur in Wilna: Verfall und Erneuerung." Fotografien von Kęstutis Stoškus. Hrsg. von Andrea Langer und Dietmar Popp. Marburg 2002. 208 S., 115 s/w-Abb. – ISBN 978-3-87969-304-7 – 23,- €
 

Dr. Joachim Tauber während des Vortrags
Interessierte Zuhörer
Dr. Klaus Harrer, Gunter Geiger, Thomas Urban, Dr. Joachim Tauber (v.l.)
einige der Fotos




Mittwoch 21.10.2009
Thema: "Bevormundet und rechtlos -
Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen in Afghanistan" 

 

Bereits zum 6mal beschäftigten wir uns im Bonifatiushaus im Rahmen unserer Ringvorlesung mit den Menschenrechten, diesmal unter dem Titel: „Bevormundet und rechtlos – Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen in Afghanistan.“

Die prominente Referentin war, die ehemalige Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung und heutige Direktorin des Deutschland-Büros von Human Rights Watch, Frau Marianne Heuwagen. Sie beschrieb sehr eindrucksvoll die katastrophal schlechte Lage der Frauen in Afghanistan. An fünf Apsekten berichtete Sie, dass sexuelle Gewalt, Zwangsverheiratung, gewaltsame Übergriffe, kein Zugang zur Gerichtsbarkeit, mangelnde Schulbildung und ein misserabeles  Gesundheitwesen Afghanistan zu dem Land macht, welche Frauenrechte weltweit am stärksten missachtet.  

 

Die nächste Veranstaltung der Ringvorlesung Menschenrechte wird am Mittwoch den 21.Oktober sein und Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen in Afghanistan zum Thema haben.

Bitte beachten Sie unsere weiteren Veranstaltungen im Rahmen der Ringvorlesung!

 

Frau Marianne Heuwagen bei Vortrag
Frau Marianne Heuwagen referiert Im Bonifatiushaus

Mittwoch 07.10.2009
Thema: "Arbeitsrechte der WanderarbeiterInnen in China"


Am Mittwoch den 07.Oktober 2009 fand ein weiterer Akademieabend zum Umgang mit den Menschenrechten statt. Hierzu konnte diesmal Frau Dr. Phil. Miao-Ling Hasenkamp von der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg gewonnen werden. Der Direktor des Hauses Herr Gunter Geiger begrüßte sie gemeinsam mit den Gästen der Ringvorlesung. Durch Ausschnitte des Films „China Blue“ vergegenwärtigte Frau Hasenkamp den interessierten Gästen, was es bedeutet in China Wanderarbeiter zu sein. Arbeitszeiten von zum Teil 50 bis 60 Stunden bei einem Lohn von 80 bis 100 Euro im Monat sind hier keine Seltenheit. Billig, Rechtlos und jederzeit einsetzbar, beschreibt deren Situation.

Bedingt durch Perspektivlosigkeit in den ländlichen und armen Regionen Chinas speist sich das System immer wieder neu mit jungen Menschen, die bereit sind zu diesen Konditionen zu arbeiten, um dem Traum von mehr Unabhängigkeit und Modernität näher zu kommen. Unternehmen und der Chinesische Staat sind zum Spagat zwischen Gewinn bzw. Wettbewerbsfähigkeit einerseits und notwendigen Sozialstandards zur Befriedung der Arbeiter andererseits gezwungen.   Die multinationalen Konzerne wissen dabei ihre Marktmacht geschickt zu gebrauchen, um Unternehmen aber auch Länder untereinander auszuspielen.

Am Beispiel eines Markenschuhs „Made in China“ wird deutlich, dass von den 100,- Euro Verkaufspreis neben den Posten für Einzelhandel, Transport, Mehrwertsteuer und weiterer Produktionskosten nur 40 Cent für Löhne zu dessen Herstellung   jedoch aber 33,-Euro für den Konzern veranschlagt sind. Daher mahnte Frau Dr. Phil. Miao-Ling Hasenkamp bei der anschließenden Diskussion an, dass hier Gütesiegel zu Sozialstandards notwendig seien, um diese Diskrepanz durch die persönliche Kaufentscheidung vermindern zu helfen.


Herr Gunter Geiger begrüßt die Gäste
Die Referentin Dr. Phil. Miao-Ling Hasenkamp

Dienstag, 06.10.2009
Akademieabend zum Thema "Toleranz und Gewalt - Das Christentum zwischen Bibel und Schwert"

Rückbesinnung auf den Geist des Anfangs
Prof. Dr. Dr. h.c. Arnold Angenendt sprach zum Thema ‚Toleranz und Gewalt im Christentum’ in der Kapelle des Vonderau-Museums

Was hat es auf sich mit den sog. ‚Todsünden’ des Christentums? Anhand zahlreicher Beispiele – belegt durch die Forschung der letzten Jahrzehnte – zeigte der Münsteraner Prof. Dr. Arnold Angenendt auf, wie sich aus der Glaubenstoleranz der Bibel, der frühen Christen und auch noch der Kirchenväter Intoleranz, Gewalt und die Verfolgung Andersgläubiger dort entwickelte, wo das Credo des Anfangs aus den Augen geriet. Dies sei häufig dort der Fall gewesen, wo politische Interessen allzu mächtig Einfluss genommen hätten. Oft hätte sich in der Geschichte auch aus guten Ideen und Anfängen Schlechtes entwickelt. Die verdeutlichte Angenendt am Beispiel der Inquisition, deren positive Leistung es zunächst gewesen wäre, die Grundstruktur der modernen Gerichtsverhandlung für das Rechtswesen eingeführt zu haben. Überdies machte er deutlich, dass die wissenschaftliche Faktenlage vieles relativieren würde, was medial aufgebauscht worden sei, dies gelte besonders auch für das rechte Maß bei Größenverhältnissen. Eine Rückbesinnung auf den Geist des Anfangs, wie er aus der Bibel komme und von den Kirchenvätern gepredigt worden sei, empfahl Prof. Angenendt abschließend für die Zukunft. Eine gelungene Veranstaltung, die gleichzeitig auch der Auftakt der Vortragsreihe ist, mit der die vhs Stadt Fulda, die vhs Landkreis Fulda und das Bonifatiushaus das Funkkolleg Religion des Hessischen Rundfunks begleiten.  

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Arnold Angenendt
aufmerksame Zuhörer in der Kapelle des Vonderau-Museums

 

Ausstellungen

Barocke Sakralarchitektur in Vilnius - Verfall und Erneuerung 

 

Themen
Religion und Theologie

Angebote zu theo-
logischen und religiösen Themen...

Akademieabende

Die Akademieabende widmen sich spannenden Themenstellungen...

Pflege und Gesundheit

Herausforderungen und Lösungsmög-lichkeiten im Ge-sundheitswesen...

Politik und Zeitgeschichte

Aktuelle Politik und Zeitgeschichte in interessanten Semi-naren aufbereitet...

Bildungsurlaub

Für diese Tagungen können fünf Tage Bildungsurlaub genommen werden!

Ehe und Familie

Familien liegen uns
am Herzen ...

Jugendbildung

Angebote für junge
Erwachsene...

Menschen mit Behinderung
Arbeit mit Behinderten

"Un-behindert leben" sind Seminare, für Menschen mit und ohne Behinderung.

Seniorenarbeit
Angebote für Senioren

Unsere Angebote
für Senioren...

Mitarbeitervertretung

Seminare zur
Mitarbeiter-
vertretung...

Sonstige Veranstaltungen

Seminare und Ver-anstaltungen zu anderen Inhalten...

Institut für Qualitätsentwicklung




Das Bonifatiushaus ist Anbieter von Fortbildungs-angeboten die vom Institut für Qualitätsentwicklung akkreditiert sind