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Kunst aus den Abteien
Seit Sommer 2008 befindet sich die Großskulpturenserie "Die Schauenden" von Schwester Christophora Janssen im neugestalteten Parkbereich des Bonifatius-hauses - zum Video... |
BonifatiushausRückblick 4.Quartal 2009
Donnerstag, 10.12.2009 Zertifikatsverleihung des Fortbildungszyklus Frühe Bildung im Rahmen des Hessencampus Fulda In Kooperation mit der Konrad-Zuse-Schule und den Volkshochschulen von Landkreis und Stadt Fulda veranstaltete das Bonifatiushaus einen Fortbildungszyklus für Erzieherinnen und Erzieher zum Thema „Frühe Bildung“. Kinder lernen wirksam nur das, was sie wirklich wollen und was sie sich durch handelnde Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt aneignen. Weil gerade kleine Kinder noch mit Freude und einer ihnen inne wohnenden Neugier lernen, brauchen sie Erwachsene, die sich an ihren Entdeckungen begeistern und sie dabei anregend und kompetent begleiten können. Seit August 2009 wurde in 100 Unterrichtseinheiten den 10 Erzieherinnen aus Kindertagesstätten in kommunaler und kirchlicher Trägerschaft vermittelt, die Bildungsprozesse mit Kindern zu vertiefen und ihre pädagogische Arbeit weiterzuentwickeln. Im kommenden Jahr wird es eine Neuauflage der Fortbildungsreihe geben. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Bonifatiushauses Fulda. Mittwoch, 09.12.2009 Von der Frauenförderung zur Geschlechtergerechtigkeit: Frauen-Menschenrechte als Meilensteine in der Entwicklungspolitik Herr Gunter Geiger freut sich, im erweiterten Rahmen der Menschenrechts-Ringvorlesung Frau Dr. Birte Rodenberg als Referentin gewonnen zu haben. In Ihrem spannenden und aufschlussreichen Vortrag: „Von der Frauenförderung zur Geschlechtergerechtigkeit: Frauen-Menschenrechte als Meilensteine in der Entwicklungspolitik“ legte Sie am Vorabend des Internationalen Tags der Menschenrechte – im Lichte aktueller Menschenrechtsverletzungen in China, in Afghanistan und in Iran – dar, dass es eine humanistische Verpflichtung ist, daran zu erinnern, dass alle Menschen von Geburt an über die gleichen, unveräußerlichen Rechte und Grundfreiheiten verfügen. Aber die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte, auf die nach Artikel 2 (1) „jeder Anspruch hat, ohne irgendeinen Unterschied, nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Sprache, Herkunft usw.“, sind bis heute für Frauen in vielen Ländern der Erde nicht verwirklicht. Sie sind ein Versprechen, kein angewandtes Recht. Soziale Ungleichheit zwischen Frauen und Männern ist die Form sozialer Ungleichheit, die Gesellschaften am stärksten durchdringt . Denn sie verstärkt die in vielen Ländern durch Klassen-, Kasten- oder ethnische Ausschlusssysteme bestehenden sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Gefälle noch. Die Überprüfung der Millenniumsziele ( Millennium Development Goals , MDGs) der Vereinten Nationen im September 2005 hatte diesen Tatbestand bestätigt: In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die soziale Ungleichheit in vielen Ländern zugenommen. Dabei gehören Disparitäten zwischen den Geschlechtern weiterhin zu den am stärksten verwurzelten und am weitesten verbreiteten Ungleichheiten. Trotz zunehmender Alphabetisierung und besserer Schulbildung von Frauen und Mädchen entwickeln sich die Trends in den meisten anderen Lebensbereichen zu ihren Ungunsten (Gesundheit, Arbeit, politische Teilhabe). Die internationalen Frauenbewegungen streiten seit den 1990er Jahren dafür, dass tiefe Disparitäten und ungleiche Lebenschancen als ein Unrecht an sich erkannt und beseitigt werden, und nicht nur aus einem volkswirtschaftlichen Denken oder Gewinnstreben heraus bekämpft werden. Die Sicherung der materiellen und natürlichen Lebensbedingungen ist ebenso wie das Recht auf körperliche Integrität und reproduktive Gesundheit eine Grundvoraussetzung von sozialer Geschlechtergerechtigkeit, für deren Erfüllung auch zehn Jahre nach Verabschiedung der Aktionsplattform auf allen Ebenen und auch unter größerer Beteiligung von Männern gestritten werden muss. Für internationale Frauenrechtsorganisationen stellt sich deshalb die Aufgabe, in breiteren Allianzen sowohl mit globalisierungskritischen Bewegungen als auch mit staatlichen Institutionen geschlechtergerechte Alternativen zur zunehmenden innergesellschaftlichen sozialen Ungleichheit zu entwickeln und die komplexen politischen und wirtschaftlichen Prozesse zu beeinflussen, welche soziale Ungleichheiten innerhalb und zwischen den Nationalstaaten hervorrufen.
Samstag, 28.11.2009 An diesem Studientag beschäftigten sich die geladenen Referentinnen und Gäste mit den verschiedensten Aspekten frühkindlicher Bildung.
am Donnerstag, den 12. November sprach im Rahmen eines Akademieabends des Bonifatiushauses Frau Prof. Dr. Saskia Wendel, Köln über „Gottesbilder christlicher Mystik“. Zunächst sprach Frau Prof. Wendel über das allgemeine Verständnis von Mystik. ‚Am Beginn des mystischen Erkenntnisweges stehe die Selbsterkenntnis, das ‚Gewahr-Werden’ des ‚Ich’ als eine eigenständige Größe in Welt, Zeit und Leben. Erst auf dieser Möglichkeit des Menschen basiere dann die Erfahrung und Erkenntnis der Welt als das, was mir gegenübersteht, als das Andere und damit letztlich auch die Erkenntnis des ‚absolut Anderen’, womit Gott gemeint ist. Selbst, Welt und Gott würden in mystischen Erfahrungen eins werden: Der Mensch erfährt sich selbst, die Welt und Gott intuitiv als unmittelbar miteinander verbunden. Das besondere dabei sei, so Prof. Wendel, dass Gott sich dem Menschen im mystischen Erlebnis unmittelbar und ohne Vermittlung externer Autoritäten zeige, als „Wirklichkeit Gottes in mir selbst“. Auf Grundlage der Klärung des Begriffs setzte sich Frau Prof. Wendel dann mit Gottesbildern christlicher Mystikerinnen und Mystiker auseinander. Vorherrschend sei in der Mystik die Einung mit der zweiten Person des trinitarischen Gottes, mit Jesus Christus. In der Frauenmystik, wie auch in der Mystik insgesamt wird die Vereinigung mit Gott als „der sich in die Seele eingießende Christus“ oder als „Geburt Christi in der Seele“ beschrieben. In leidensmystischen Traditionen sei es der Schmerzensmann, dessen Erfahrungen sich in den eigenen Leiderfahrungen spiegeln würden. Gleichzeitig gibt es auch das mystische Erfahren des fernen, geheimnisvollen und sich entziehenden Gottes – das Empfinden der ‚Gottesnacht’. In dieser Spannung von An- und Abwesenheit, Nähe und Ferne Gottes liegt nach Prof. Wendel der Grundcharakter christlicher mystischer Erfahrung. Gott ist der ganz Nahe und zugleich der Andere, Fremde, der „Abgrund der Seele“. Prof. Wendel spricht hier von Gott als dem ‚Nahfernen’. Neben diesen ‚personalen’ Gottesbildern kennt die Mystik auch apersonale Bilder. Gott etwa werde gleichgesetzt mit dem Vollzug der Liebe. Mechthild von Magdeburg spreche von „fließendem Licht“, einer dynamischen Energie, die sie mit Gott gleichsetzte. Am Ende versuchte Frau Prof. Wendel noch aufzuzeigen, dass mystische Gottesbilder und Gottesvorstellungen keineswegs den Unterschied zwischen Schöpfer und Geschöpf einebnen würden, noch eine unpersönliche ‚Überall-Gottheit’ propagieren, zu Lasten der göttlichen Trinität. Als exponiertes Beispiel dieses Gegenbeweises nannte Prof. Wendel Meister Eckharts Vorstellungen: Gott Vater spricht sich selbst aus als sein Wort und gebiert so den Sohn. Vater und Sohn sind aber miteinander verbunden durch den ‚Geist’, der diese Beziehung ist. In ihrem Miteinander-Verbundsein kann man von Vater, Sohn und Geist von ‚Personen’ sprechen. Die Personen sind eins insofern ihr Verhältnis zueinander nichts anderes als Liebe ist. Gott wird somit bestimmt als ‚Dreiheit der Personen, die im göttlichen Grund eins sind’. Im mystisch erfahrbaren und erkennbaren ‚Seelengrund’ des Menschen, der Quelle seines Selbstbewusstseins, d.h. seines ‚Ich’, begegnet ihm das göttliche Sein/der göttliche Grund, als das, von dem sein ‚Ich-sein’ radikal abhängig ist und ständig aufrechterhalten wird – ohne dass Seelengrund und göttliches Sein identisch sind. Gott ist damit für die Mystik dynamischer Vollzug, der mit Metaphern, wie ‚Feuer’, ‚Energie’ oder ‚Kraft’ gleichgesetzt werde, die Welt und Mensch durchdringe. Gott sei aber gleichzeitig Person, also etwas dem Menschen Gegenüberstehendes, das sich aber ständig auf ihn beziehe. Insofern – so resümierte Frau Prof. Wendel, würden sich personale und apersonale Gottesbilder der Mystik nicht widersprechen. Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Frau Prof. Wendel die Fragen der zahlreich gekommenen Zuhörer. Diese kreisten um die Frage, ob denn das Verhältnis zwischen Mystik und Theologie nicht widersprüchlich sei? Hier ginge es darum, im Sinne einer Selbsterfahrung zu Gott vordringen zu wollen, dort um die sachlich-wissenschaftliche Reflexion theologischer Denker und kirchlicher Würdenträger überdies mit dem Anspruch auf dogmatische Verbindlichkeit. Dies verneinte Frau Prof. Wendel. Mystik sei Theologie ‚mit anderen Mitteln’. Sie sei in der Geschichte vor allem eine Möglichkeit für Frauen gewesen, theologische Gedanken zu äußern, obwohl ihnen der Zugang zur Theologie verwährt wurde. Für mystische Betätigung brauche man auch keine besonderen Fähigkeiten. Die Möglichkeit mystischer Erkenntnis stecke in jedem von uns, weil sie dem Menschen und seiner Erkenntnis immer schon in seiner Intuition vorläge und weil Gott – gemäß der Vorstellung der Mystik – den Seelengrund des Menschen trage.
Bereits zum 6mal beschäftigten wir uns im Bonifatiushaus im Rahmen unserer Ringvorlesung mit den Menschenrechten, diesmal unter dem Titel: „Bevormundet und rechtlos – Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen in Afghanistan.“ Die prominente Referentin war, die ehemalige Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung und heutige Direktorin des Deutschland-Büros von Human Rights Watch, Frau Marianne Heuwagen. Sie beschrieb sehr eindrucksvoll die katastrophal schlechte Lage der Frauen in Afghanistan. An fünf Apsekten berichtete Sie, dass sexuelle Gewalt, Zwangsverheiratung, gewaltsame Übergriffe, kein Zugang zur Gerichtsbarkeit, mangelnde Schulbildung und ein misserabeles Gesundheitwesen Afghanistan zu dem Land macht, welche Frauenrechte weltweit am stärksten missachtet.
Die nächste Veranstaltung der Ringvorlesung Menschenrechte wird am Mittwoch den 21.Oktober sein und Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen in Afghanistan zum Thema haben.
![]() ![]() Mittwoch 07.10.2009 Dienstag, 06.10.2009
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